Die Kurdinnen und Kurden in Kobane kämpfen einen einsamen Kampf. Sie kämpfen ihn für uns alle. Ihre Stadt ist von allen Seiten eingeschlossen. Auf drei Seiten vom faschistischen Islamischen Staat. Die vierte Seite ist die Grenze zur Erdogan-Türkei.

 
Erdogan hat monatelang den Islamischen Staat klammheimlich unterstützt. Jetzt spielt er sich auf, als wäre er sein Gegner. Er lügt die Weltöffentlichkeit an, er habe 150.000 Flüchtlinge aufgenommen; kurdische Quellen decken auf, daß er eine Null dazu geschwindelt hat.
 
Erdogans Hauptziel in dieser Kampagne ist es, den kurdischen Widerstand zu brechen. Dazu ist ihm jedes Mittel recht. Er biedert sich an als Partner in einer Anti-IS-Koalition – und hindert zugleich kurdische KämpferInnen daran, aus der Türkei über die Grenze nach Kobane zu ziehen. Türkische Truppen unterbinden die Lieferung der dringend benötigten Waffen, aber auch von Wasser und Nahrung an die Eingeschlossenen.
 
Erdogan lügt, wenn er vorgibt, andere Ziele zu verfolgen als der Islamische Staat. Sein Terror gegen die Demonstrierenden im Gezi-Park, seine Islamisierung der Schulen und Universitäten, die Zensur freier Medien, die Drohungen gegen Frauen, die in der Öffentlichkeit lachen, beweisen das Gegenteil.
 
Die Amerikaner, die angeblich erst jetzt die Gefahr erkennen, die vom Islamischen Staat ausgeht, werfen überall Bomben ab, nur nicht dort, wo es nötig wäre: auf den Belagerungsring um Kobane. Auch ihnen wäre ein freies Kurdistan ein Dorn im Fleisch.
 
Ah ja, richtig. Erdogan hat ja ein Flugverbot gefordert entlang seiner Grenze… Halten sich die Amerikaner schon vorauseilend daran?
 
Die Kurdinnen und Kurden in Kobane kämpfen auch für uns. Für uns alle in Europa, die schon allzu sehr an den Frieden gewöhnt sind, an die (wenigstens relative) Gleichheit von Männern und Frauen, an die Religionsfreiheit, an eine halbwegs funktionierende Trennung von Kirche und Staat. Gar so lange ist es ja nicht her, daß unsere Eltern und Großeltern das erkämpft haben. Und es steht auch noch auf sehr wackeligen Beinen, auch hier bei uns.
 
Schande über alle, auch hierzulande, die jahraus, jahrein bemüht waren, die Gefahr zu verharmlosen, die vom  Islamismus ausgeht.

Schande über die Staatenwelt, die den Menschen in Kobane beim Kämpfen und Sterben zusieht.
Solidarität mit dem kurdischen Widerstand!
 
Michael Genner
Obmann von Asyl in Not
2. Oktober 2014

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