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Schimpfbrief vom Außenamt

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Sehr geehrter Herr Genner,
Ihre von jeglicher Orts- und Sachkenntnis unbelastete und schon alleine
deswegen unmaßgebliche Meinungsäußerung vom 12.10. strotzt von einer
Mischung aus unverfrorener Uninformiertheit und dreisten Verleumdungen. Ihre
unverantwortlichen Beschuldigungen, die jeder Grundlage entbehren, benutzen
die Not asylsuchender Menschen zu innenpolitischen Zwecken und schaden damit
eben jenen Anliegen, die zu vertreten Sie fälschlicherweise vorgeben.

Ihre Behauptung von einer "Knüppelorgie pakistanischer Polizisten gegen
wehrlose Flüchtlinge" ist schlicht unwahr. Trotz Warnungen durch die
örtlichen Polizeibehörden vor einer Stürmung der Botschaft durch Asylwerber
wurde die Konsularabteilung der Botschaft erst am 8.10. auf Weisung des BMaA
im Einvernehmen mit dem BMI geschlossen. Die Menschenmenge vor der Botschaft
wurde ohne Gewaltanwendung durch eine Beamtenkette von der Botschaft
weggedrängt und zerstreut und, soweit feststellbar, hat auch niemand sonst
in der Strasse einen gewaltsamen Kampfstockeinsatz gesehen. Unterdessen sind
bereits über 3.000 Asylanträge von der Botschaft entgegengenommen und
behandelt worden. Ohne vorübergehende Schließung der Konsularabteilung wäre
angesichts des bedrohlichen Massenandranges überhaupt keine Entgegennahme
von Anträgen mehr möglich gewesen. Diese Umstände allein zeigen deutlicher
als Worte, wie gleichgültig Ihnen das Schicksal der Flüchtlinge in
Wirklichkeit ist.
Ihr anmaßender Ton wird nur durch Ihre Unkenntnis übertroffen. "Asyl in Not"
und die Flüchtlinge würden sich kompetentere Sprecher verdienen.

Mit besten Grüßen
Bot. Dr. Christian Prosl, Leiter der Rechts- und Konsularsektion, BMaA
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